Bereit zum Durchstarten
Passend zu unserem Thema Geschwindigkeit werfen wir einen Blick auf die progressiven Disrupter und Innovatoren aus den Startup-Hauptstädten der Welt. Hier sind die Menschen hinter den großen Ideen, die die Zukunft verändern werden, die neue Lösungen für alte Probleme finden und uns dabei mit ihrem Unternehmergeist und ihrem Veränderungswillen inspirieren.

Interview JUSTIN ROSS
Fotograf BERT SPANGEMACHER

LEA LANGE, JUNIQE
kreativ aufregend innovativ | Kunst für Kulturbegeisterte nur einen Klick entfernt

Firma: JUNIQE
Position: Co-Gründerin & Geschäftsführerin
Alter: 31
Ort: Berlin
Gründungsjahr: 2014
Website: juniqe

„Eine wirklich großartige Idee muss ein Problem lösen und etwas besser, schneller, günstiger oder effizienter machen.”

Was ist JUNIQE?
JUNIQE vereint sorgfältig kuratierte, aber dennoch bezahlbare Kunstposter, gerahmte Drucke und mehr von über 600 Künstlern. Das JUNIQE HQ ist in Berlin, aber wir haben Kunden aus über 13 Ländern in Europa. Seit unserer Gründung hat das Unternehmen mehr als 20 Millionen Euro (24 Millionen Dollar) in Investments erhalten und beschäftigt derzeit 100 Mitarbeiter.

Warum hast du dein Unternehmen gegründet?
Die Idee zu JUNIQE kam mir, als ich mein Haus einrichtete und Freunden beim Dekorieren ihrer Häuser half. Es gab viele Anlaufstellen, um schön designte Möbel in allen Preisklassen zu kaufen, aber es war unglaublich schwierig, etwas Tolles für die Wände zu finden. Das wollte ich ändern.

Was ist an deiner Firma anders?
Mit JUNIQE haben wir den Markt umstrukturiert – was wir jetzt anbieten, gab es vorher einfach nicht. Kunst war immer gleichbedeutend mit Bildender Kunst, und dieser Sektor wurde von einer Insidergruppe dominiert, die wusste, was überhaupt Kunst ist und welche Künstler man im Auge behalten musste. Das waren meist die Leute, die das Geld hatten, um echte Kunst zu kaufen, also war es eine sehr exklusive Runde. Am anderen Ende des Spektrums stand der massenproduzierte Wandschmuck. Dazwischen gab es nichts.

Was war die bisher größte Herausforderung?
Einer unserer bisher größten Herausforderungen mussten wir uns direkt am Anfang stellen. Wir versuchten, Geld aufzutreiben, ohne wirkliche Daten, Kunden oder sogar eine Website zu haben. Wir hatten nur unseren Businessplan und eine Präsentation. Man braucht viel Leidenschaft und Durchhaltevermögen, wenn man gerade erst anfängt, und man muss viele Player von der eigenen Idee überzeugen. Ob das Investoren, Personal oder Kreative sind, es ist unmöglich, sie zu begeistern, wenn man nicht selbst für seine Idee brennt.

Wo findest du als Unternehmerin Inspiration?
Für Inspiration für Startups lese ich regelmäßig First Round Review, einen Blog von Eight Roads. Inspiration in Bezug auf meine Branche finde ich bei Horizont, W&V und Business of Fashion for Marketing. Aber ich komme auch aus einer Unternehmerfamilie – sowohl mein Vater als auch mein Großvater leiteten eigene Firmen. Ich habe großen Respekt für die beiden und bin natürlich mit einer gewissen Offenheit für alles Unternehmerische aufgewachsen.

Ist es wichtiger, zuerst da zu sein oder am schnellsten zu sein?
Am schnellsten, denke ich. Deshalb können Startups ganze Branchen auf den Kopf stellen: Sie machen die Dinge besser, effizienter, und lösen Probleme – viel schneller als es irgendjemand sonst könnte.

Welchen Rat kannst du Menschen geben, die aus ihrer guten Ideen ein eigenes Business machen möchten?

Wenn ich nur einen Ratschlag zur Gründung eines Startups geben kann, dann ist es, sich auf das eine allerwichtigste Ding zu konzentrieren, das dein Business antreibt. Und das beinhaltet, dass man wenn nötig auch mal „Nein” sagt. Ein Unternehmen von Null an aufzubauen ist unglaublich herausfordernd. Wenn man anfängt, fühlt es sich an, als würde alles gleichzeitig passieren. Man muss sich auf das Unerwartete vorbereiten und improvisieren können.

Wo siehst du dich in zehn Jahren?
Gute Frage. Wahrscheinlich dort, wo ich jetzt bin: als Unternehmerin, die Probleme erkennt und löst.