Bereit zum Durchstarten

Passend zu unserem Thema Geschwindigkeit werfen wir einen Blick auf die progressiven Disrupter und Innovatoren aus den Startup-Hauptstädten der Welt. Hier sind die Menschen hinter den großen Ideen, die die Zukunft verändern werden, die neue Lösungen für alte Probleme finden und uns dabei mit ihrem Unternehmergeist und ihrem Veränderungswillen inspirieren.

Interview JUSTIN ROSS
Fotograf BERT SPANGEMACHER

ADRIAN BIANCO, BIANCISSIMO
Jugendkultur rund um den Globus | Auf Entdeckungsreise in Tokios Subkulturen

Projekt: Biancissimo & Ruby Pseudo
Position: Ich mache viel zu viele Dinge
Alter: 32
Ort: weltweit
Gründungsjahr: 2016
Website: biancissimo

„Authentisch und ehrlich zu sein verschafft einem keine Profite und Freunde in der Branche, aber dafür gewinnt man Respekt und Vertrauen.”

Was ist deine Mission?
Ich habe dieses Projekt ins Leben gerufen, weil ich Subkulturen, kreative Köpfe, die treibenden Kräfte und jungen Stimmen, die nicht unbedingt berühmt oder bekannt sind, ans Licht bringen wollte. Außerdem sollen Leute das beste und authentischste Essen entdecken können und sie dazu bringen, einen Flug nach Japan zu buchen.

Was ist an deinem Projekt (oder dir) anders?
Es geht nicht um mich.

Was hast du von der Gründung deines Projekts gelernt?
Authentisch und ehrlich zu sein verschafft einem keine Profite und Freunde in der Branche, aber dafür gewinnt man den Respekt und das Vertrauen der Menschen.

Was war die bisher größte Herausforderung?
Bei mir und meiner Idee zu bleiben, meist unbezahlt, und dran zu bleiben, während ich mit meinen ganzen anderen Jobs Geld verdiene. Ich kann oft Nein zu Advertorials und bezahlten Inhalten sagen, weil ich die ganze Zeit an anderen Jobs und Projekten arbeite. Das ist nicht leicht, meine Energie ist begrenzt und ich verbringe selten einen Tag ohne Arbeit. Das ist das Leben, das ich mir ausgesucht habe.

Was hast du vorher gemacht?
Ich habe für Virtue/Vice im Kreativbereich und als Chefredakteur gearbeitet. Ich habe viel für Adidas Originals gemacht und ein wenig für Nike. Ich habe das ganze „Kreativ-Medienmensch in Berlin”-Ding durchgezogen. Kram, der gut klingt, wenn man abends in einer Bar davon erzählt, aber im Endeffekt ist es einfach Arbeit. Schön und notwendig.

Wo findest du als Unternehmer Inspiration?
Ich finde sie bei starken Frauen. Sie sind meine Inspiration. Ich bin nur unter Frauen aufgewachsen und für mich ist eine Frau alles. Sie ist der Boss, wer auch immer sie ist. Ich versuche auch, zu Manga- und Animehelden aufzuschauen. Sie vergessen nie, dass man auch über sich selbst lachen sollte, nehmen sich selbst nie zu ernst und sind trotzdem super stark. Das mag ich.

Was bedeutet es, ein Start-Up zu sein?
Arbeite viel, stecke da viel Zeit rein, sei frei, hab Angst vor Steuern, hab alle Freiheit, so lange zu schlafen wie du willst, und stehe trotzdem um sieben Uhr morgens auf.

Ist es wichtiger, zuerst da zu sein oder am schnellsten zu sein?
Sei einfach du. Das ist das Wichtigste.

Welchen Rat kannst du Menschen geben, die aus ihrer guten Ideen ein eigenes Business machen möchten?
Mach es einfach. Es hat so lange gedauert, bis ich endlich losgelegt habe, und ich hätte es schon viel früher tun können. Ich hatte zu viel Angst, aber man hat immer Angst davor, sein eigenes Ding zu machen. Also warte nicht.

Wo siehst du dich in zehn Jahren?
In meinem Büro in Tokio.