Take a Walk on the Wild Side

Wir sind fasziniert von Menschen, Orten, Ideen und Produkten, die um die Ecke denken und unsere Fantasie wild werden lassen. Komplett individuell, einzigartig und manchmal sogar exzentrisch, dies sind die Menschen, die wir bewundern – weil sie keine Scheu vor Experimenten haben, Dinge neu erfinden, und auf Abenteuern herausfinden, dass wirklich große Inspiration Mut braucht, um zu Erfolg zu führen.

Wild Rider: Steffi Marth

STEFFI MARTH (33)
professionelle Mountain-Bikerin
Dresden, Deutschland
Instagram @steffimarth

„Ich fahre wirklich den Traum. Ich entdeckte meine Leidenschaft für Fahrradrennen und seitdem ist die BMX-Strecke mein Paradies.”

4SEE Profile Steffi Marth
STEFFI MARTH
Professional Mountain Biker

Es waren die Geschwindigkeit und das Freiheitsgefühl, die Steffi Marth am BMX-Fahren begeistert haben. Seit ihrem ersten BMX-Rennen mit zwölf Jahren ist die professionelle Mountain-Bikerin Steffi Marth fünffache nationale BMX-Meisterin und 4X-Champion und Gewinnerin der Bronze-Medaille der 4X-Weltmeisterschaft 2014 und 2015 geworden. Sie ist naturbegeistert und gerade bringt Marths Leben das Beste aus beiden Welten zusammen, da sie sich statt Rennen mehr dem Erkunden, neuen Abenteuern und Freeriding zuwendet. Wohlbekannt aus zahlreichen Mountain Bike-Publikationen, zeigt sich Maths ehrgeizige Natur auch in ihrem Master of Science in Architektur und einem Abschluss in Public Relations.

Beschreibe dich selbst mit drei Worten.

Aktiv, aufgeschlossen, lebenslustig.

Wann war dein erstes BMX-Rennen? Hattest du Vorbilder, als du mit BMX angefangen hast?

Ich habe mit zwölf Jahren angefangen und es von Anfang an geliebt. Ich hatte damals nicht wirklich viele Vorbilder, aber jetzt sind es auf jeden Fall all die Frauen, die es in beiden Bereichen, BMX und MTB, geschafft haben, zum Beispiel Caroline Buchanan, Anne-Caroline Chausson…

Was hat dich dazu bewegt, einen wilden Sport wie Mountain Biking oder BMX auszuprobieren?

Als ich mit BMX angefangen habe, habe ich Handball gespielt. Ich war total begeistert davon und mochte die Spiele, in denen ich vollkonzentriert sein und auf dem Feld alles für mich und mein Team geben musste. Ich gebe gerne alles und liebe den Wettbewerb. Ich komme aus einem kleinen Dorf namens Plessa 50km nördlich von Dresden, in Süd-Brandenburg. Wir hatten nicht viele Unternehmungsmöglichkeiten in unserem Dorf. Eines Tages beschloss der Bürgermeister, das Schwimmbad zu schließen, weil die Sanierung zu teuer war, und so schaute man nach Alternativangeboten anderen Freizeitangeboten für die Jugend. Wir bekamen eine BMX-Strecke und dann fuhren alle Kinder BMX. Ich entdeckte meine Leidenschaft dafür und für Fahrradrennen und seitdem ist die BMX-Strecke mein Paradies.

Wie ist es, eine weibliche Sportlerin in einer Extremsportart zu sein? Hast du das Gefühl, dass es mehr Gleichstellung bei Kooperationen, Berichterstattung und Sponsoring gibt?

Das ist eine schwere Frage … ich glaube, weibliche Sportlerinnen haben den Vorteil, immer noch rar gesät zu sein und deshalb gibt es viele Möglichkeiten für eine kleinere Gruppe von Leuten. Es ist relativ einfach, einen Sponsor zu finden, während es sehr viele Männer gibt, die nach Unterstützung suchen. Aber auf der anderen Seite haben wir Nachteile, was die Körperform und das Mindset angeht. Eine weibliche Mountain-Bikerin sieht einfach auf dem Rad anders aus als ein Mann und ich denke, das wird sich nicht ändern. Frauen fahren die gleichen Strecken wie Männer und bekommen manchmal das gleiche Preisgeld (zum Beispiel bei der Crankworx World Tour), aber trotzdem … bei männlichen Sportlern fließt viel mehr Geld beim Sponsoring.

Was ist dein liebstes Training um in Form, um fit zu bleiben?

Ich liebe Training … alles mögliche. Ich liebe, meine Räder zu fahren (auf der BMX-Strecke, im Wald, in den Bergen oder mein Rennrad). Aber davon abgesehen liebe ich auch Bodyweight Training wie mit der App Freeletics.

Warst du schonmal in Gefahr? Erzähle bitte von deinem wildesten Moment.

Ich denke, ich war schon oft in Gefahr, wenn ich richtig schmale Wege in hohen Höhen abfahre, aber ehrlich gesagt: Ich fühle mich nicht gefährdet. Wenn ich mich ängstlich oder unsicher fühlen sollte, werde ich nicht mehr fahren. Ich versuche immer in meiner Komfortzone zu sein. Meine wildesten Momente waren ganz sicher bei meiner Teilnahme am DH World Cup. Es gab einige Strecken, die mir echt Angst gemacht haben, und wir hatten nur ein paar Stunden zum Üben, deswegen musste ich bei meiner zweiten Runde schon riesige Sprünge und steile Abfahrten machen.

Soziale Medien spielen eine wichtige Rolle, um sich selbst zu vermarkten. Wie siehst du soziale Medien, was ist deine Lieblingsplattform? Pro und Kontra? Was hältst du vom Begriff „Influencer”?

Soziale Medien sind wirklich Fluch und Segen zugleich. Sie geben uns Athleten viele Möglichkeiten, unseren Alltag zu teilen, Wettbewerbsvorbereitungen, Blicke hinter die Kulisse des Profisportlerlebens, zum Beispiel Rad-Abenteuer. Und sie geben auch den Fahrern, die nicht die besten Ergebnisse erzielen, die Gelegenheit, ihr Leben zu teilen und etwas Geld zu verdienen. Es geht dabei um so viel mehr als nur Platzierungen. Auf der anderen Seite mag ich den Begriff „Influencer” gar nicht, weil ich weiß, dass es Leute gibt, die nichts in diesem Sport erreicht haben und nur bezahlt werden, um „Produkte zu präsentieren”…. wir (Menschen) schauen einfach gerne Schönes (Sonnenuntergänge, Katzenbabys, schöne Menschen) an und das muss nicht immer eine tiefere Bedeutung haben.

Du hast einen Master in Architektur und du hast PR studiert. Interessante Kombination. Wie haben diese beiden Erfahrungen dein heutiges Ich geprägt?

Etwa zehn Jahre lang neben den Radrennen zu studieren war schwer, aber ich bin sehr froh, dass ich das abgeschlossen habe. Mit meinen beiden Abschlüssen bin ich immer bereit, meinen Karriereweg zu ändern, falls ich das möchte … Das Architekturstudium hat mir geholfen, besser in Grafikdesign zu werden, aber auch große Projekte zu planen und sie umzusetzen. Das PR-Studium war ganz offensichtlich super wichtig für meinen Job jetzt. Neben den Aktivitäten und dem Sport geht es viel um Kommunikation und Medienarbeit, deshalb ist das, was ich gelernt habe, sehr wichtig für meine heutige Arbeit.

Sportsonnenbrillen – welche Marken trägst du, was magst du an ihnen, und welche Verbesserungen wünscht du dir? Hast du Interesse an Smart Glasses oder Augmented Reality? Wenn ja, was für KI-Brillen hättest du gerne und wie könnten sie dich unterstützen?

Ich trage in jeder Situation RedBull Spect Eyewear-Brillen. Ich liebe meine Korrekturbrille zum Reisen und Arbeiten … und schlau aussehen natürlich. Zum Radfahren habe ich eine riesige Auswahl verschiedener Modelle von RedBull Spect Eyewear-Brillen. Ich liebe ihr komfortables Tragegefühl … ich merke nicht einmal, dass ich eine Sonnenbrille trage. Ein weiteres besonderes Feature ist ihr Doppel-Bügel-System, das die Brille an ihrem Platz hält, während man in Aktion ist. Polarisierte Gläser sind ebenfalls sehr hilfreich, wenn man die richtige Linie auf einer technischen Strecke finden muss. KI-Brillen,… puh, das ist ein neues Thema. Ich habe noch nicht wirklich darüber nachgedacht. Aber was mir als Erstes einfällt, ist die Möglichkeit, sie beim Autofahren zu nutzen, zum Beispiel um die Augen auf der Straße zu behalten. Oder selbst beim Radfahren, um navigieren zu können.

Wo siehst du dich in zehn Jahren?

Ich denke, in zehn Jahren werde ich noch immer in der Mountain Bike-Branche arbeiten wollen … ich bin mir nicht sicher, ob ich immer noch professionelle Fahrerin vor der Kamera oder im Hintergrund sein werde. Ich bin bereits in einige Projekte involviert und es ist so aufregend, darüber nachzudenken, was in zehn Jahren sein wird. Es ist die ganze Zeit über eine schöne Fahrt, das auf jeden Fall!