Take a Walk on the Wild Side

Wir sind fasziniert von Menschen, Orten, Ideen und Produkten, die um die Ecke denken und unsere Fantasie wild werden lassen. Komplett individuell, einzigartig und manchmal sogar exzentrisch, dies sind die Menschen, die wir bewundern – weil sie keine Scheu vor Experimenten haben, Dinge neu erfinden, und auf Abenteuern herausfinden, dass wirklich große Inspiration Mut braucht, um zu Erfolg zu führen.

Natürliche Essenz + New York-Feeling = MALIN + GOETZ

ANDREW GOETZ (57) / MATTHEW MALIN (51)
Gründer von MALIN + GOETZ
New York City, USA
2004 gegründet
www.malinandgoetz.com

„Die Haut ist das größte Organ, deswegen ist es wichtig, sie gut zu versorgen. Glücklicherweise macht Malin + Goetz es sehr leicht, natürliche und effektive Hautpflege in den eigenen Lebensstil zu integrieren.”

MATTHEW MALIN and ANDREW GOETZ, Co-Founder of MALIN + GOETZ
MATTHEW MALIN / ANDREW GOETZ
Co-Founder of MALIN + GOETZ

MALIN + GOETZ ist eine der herausragendsten Apotheken-Marken New Yorks. Bekannt für die einzigartige Cannabis-Kollektion und elegante, minimalistische Verpackungen bildet MALIN + GOETZ ein Beispiel für erfolgreiche Hautpflegeprodukte. Seit der Gründung 2004 durch die beiden Lebens- und dann Geschäftspartner Andrew Goetz und Matthew Malin hat sich MALIN + GOETZ als „unkomplizierter Luxus” mit schicken Geschäften und elegant einzigartigen Verpackungen und Designs etabliert.

Die Firma ist durch und durch New York und die Gründer sind ihrer Heimat und ihrer ursprünglichen Mission treu geblieben: simple, ausgewogene, hochwertige Hautpflege für den modernen Menschen zu erschwinglichen Preisen.

Wie gewohnt an der Spitze der Innovation wurde MALIN + GOETZ kürzlich neben anderen Luxusmarken wie Heretic und Foria in The High End von Barneys New York aufgenommen, der weltweit ersten Kaufhausabteilung für Lifestyle- und Wellnessprodukte mit Cannabis.

Beschreibt MALIN + GOETZ in drei Worten.
ANDREW: Malin und Goetz.
MATTHEW: Hautpflege leicht machen.

Cannabidiol, auch CBD genannt, und Hanf sind zweifellos ein schnell wachsender Trend, der erfolgreich Einzug in die heutige Beauty- und Wellnesswelt gehalten hat. Eure Cannabis-Kollektion kam schon vor fünf oder sechs Jahren auf den Markt und ist sehr beliebt geworden, obwohl echtes CBD oder Cannabis nicht verwendet werden. Was ist die Geschichte hinter dieser Kollektion? Gibt es Pläne, CBD als Wirkstoff in Zukunft zu verwenden?

ANDREW: Alle Produkte unserer Marke haben Wurzeln in historischen Apothekerschränken. Cannabis ist da keine Ausnahme, es war ein Standardprodukt in den Apotheken des 19. Jahrhunderts. Mir ist es wichtig, dass hinter jedem Duft auch eine Geschichte steckt. Für mich kommt die Geschichte von Cannabis nicht so sehr von der High (kein Wortspiel) School in den 1970ern, sondern aus meiner Zeit in Amsterdam in den 1980er Jahren. Der Geruch von Haschisch, der aus jedem Coffee Shop wabert, während ich durch die Stadt radele, ist in meine Erinnerung eingebrannt. Das waren berauschende (definitiv ein Wortspiel) und glückliche Zeiten. Cannabis in unsere Produktpalette einzuführen war ein Weg, dieses sehr wichtige Kapitel meines Lebens permanent festzuhalten. Wir benutzen kein CBD in unseren Duftlinien mit Cannabis, wir verwenden es aber in einigen anderen Produkten für seine Wirksamkeit. Unsere Cannabis-Düfte sollen an etwas erinnern – nicht unbedingt aber originalgetreu sein.

MATTHEW: Vor unserem Apothekenhintergrund haben wir Cannabis als Konzept in Düften als verspielte, spaßige Hommage an die medizischen Ursprünge verwendet. Zur Zeit untersuchen wir in der Produktentwicklung Cannabis für ein neues Gesichtsprodukt. Nicht verpassen!

Eure Produkte sind Unisex, sie sprechen auch Männer an. Welchen Anteil eurer Kunden bilden sie? Was ratet ihr Männern, die zu zögerlich (oder faul) sind, um grundlegende Hautpflege zu betreiben?

ANDREW: Je nach Markt spricht unsere Marke etwa 60% Frauen und 40% Männer an. Mein Rat an jeden, der sich sträubt – sagen wir zeitlich herausgefordert statt faul, ist, dass Hautpflege ein unglaublich wichtiger Teil der täglichen Routine ist. Sie ist so wichtig wie zweimal täglich Zahnseide benutzen und Zähneputzen. Die Haut ist das größte Organ, deswegen ist es wichtig, sie gut zu versorgen.

MATTHEW: Die „Schönheit” unserer Marke ist, dass sie darauf basiert, Hautpflege leicht zu machen. Wir empfehlen ein tägliches Ritual aus zwei Schritten – einer guten Reinigung und einer Creme. Ganz einfach.

Ihr entwickelt eigene Formulierungen und stellt eure Produkte in New York her. Mit Matthews Erfahrung (Einkäufer für Kosmetik bei Barneys, Global Manager bei Kiehl’s, Prada Beauty, Helmut Lang Parfum) hättet ihr euch an einem Ort wie Paris, der mehr für Luxuskosmetik bekannt ist, niederlassen können. Warum New York?

ANDREW: Erstens kommen wir aus New York – New York ist Teil unserer Marke, unserer DNA. Paris beheimatet zwar einen großen Anteil der Luxuskosmetik, aber New York auch! Der Standort erlaubt uns, eng mit unseren Laboren zusammenzuarbeiten, um die bestmöglichen Produkte herzustellen. Es ist schwer, ein Labor auf der anderen Seite des Globus regelmäßig zu besuchen. Das ist auch nicht gut für die Umwelt. Alles in New York zu sammeln versichert die höchste Qualität und den niedrigsten CO2-Fußabdruck.

MATTHEW: Für Europa ist Paris zweifellos die Beauty-Hauptstadt. Für die USA und andere Teile der Welt ist New York die Beauty-Zentrale (Estée Lauder, Revlon, Avon, L’Oreal und Chanel haben hier alle riesige Büros). Und es ist unser Zuhause. Die Großstadt New York bietet herausragende Möglichkeiten und Ressourcen, um lokal, hochwertig und mit geringem CO2-Ausstoß, geringen Kosten, und so weiter zu produzieren. Genauso wichtig ist, dass keine Stadt internationaler oder vielfältiger als New York ist.

Eure Verpackungen sind das Merkmal eurer weltweit sofort erkennbaren Marke geworden. Wie seid ihr auf das Design gekommen? Andrew, deine Arbeit bei Vitra hat die Verpackungen eurer Produkte und das Design eures Flagship-Stores stark beeinflusst. Wer ist dein Lieblings-Architekt oder -Designer?

ANDREW: Danke. Die Verpackungen wurden von alten Apothekergläsern aus dem 19. Jahrhundert inspiriert, die wir über die Jahre angesammelt haben. Wir mochten, wie geradlinig und schön sie sind. Als es Zeit war, die Verpackungen zu entwerfen, haben wir diese Gläser unseren Grafikdesigern, 2X4 (ebenfalls aus New York), gezeigt und um eine moderne Interpretation davon gebeten. Sie entwickelten dann die Idee, Malin und Goetz zu einer Art „Formel” zu machen – (MALIN+GOETZ) – und eine grafische Textur mit Farbverlauf auf den Flaschen zu kreieren.

Einen liebsten Architekten kann ich unmöglich benennen, denn ich liebe historische und zeitgenössische Architektur gleichermaßen. Bei Designern … wenn ich nur eine Person nennen kann, die für mich persönlich unsere Marke am stärksten beeinflusst hat, dann ist das der Industriedesigner Dieter Rams. Sein charakteristischer Zugang zu Minimalismus fasziniert mich jedes Mal.

MATTHEW: Andrew hat das besser gesagt, als ich es könnte…

Wild Thing – Ihr habt eine wilde Reise hinter euch. Was waren die wildesten Erlebnisse, die ihr hattet?

ANDREW: Du sagst es! Es gibt so viele wunderbare Dinge, die wir erlebt, gelernt und kennengelernt haben, dass diese eher ein Buch als ein Interview füllen würden.

MATTHEW: Produktion ist einer der komplizierten Teile dessen, was wir tun. Sie ist teils Wissenschaft und teils Kunst – ähnlich wie Kochen – und jede Charge ist wie ein Neuanfang. Sie braucht Detailverliebtheit und tägliche Aufsicht. Andere Kulturen verstehen zu lernen, während wir international expandieren, hat sich auch als herausfordernd erwiesen. Wir machen in den USA anders Geschäfte als in Großbritannien – und wir sprechen die selbe Sprache! Und jetzt expandieren wir nach Hong Kong und Deutschland, wir lernen also eine Menge. Aber das sorgt auch für Interessantes.

Was können wir als Unternehmen und als Konsumenten tun, um eine nachhaltigere Zukunft zu schaffen?

ANDREW: Wir arbeiten beide persönlich und professionell daran, eine nachhaltigere Zukunft zu ermöglichen. Wir tun unser Bestes, um unnötiges Verpackungsmaterial zu minimieren. Wir produzieren alles lokal, um unseren CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Alle unsere Verpackungen sind recycelbar. Gerade testen wir, ob wir wiederverwendetes Plastik in unseren Verpackungen nutzen können, genauso wie Plastik, das aus Zuckerrohr gewonnen wird. Was Konsumenten angeht, glaube ich, dass sie sich besser informieren müssen. Schlußendlich müssen wir sehr viel bedächtiger sein, was wir konsumieren, weniger konsumieren und so viel wie möglich recyclen und wiederverwenden.

MATTHEW: Andrew hat eine umfassende Antwort gegeben.

Ihr beide seid sowohl Lebens- als auch Geschäftspartner. Wie schafft ihr eine Work-Life-Balance?

ANDREW: Gute Frage. Es gibt keine kurze Antwort. Wie es uns gelungen ist, hat sich zu verschiedenen Zeiten des Unternehmens anders gezeigt. Als es wirklich nur Malin und Goetz in der Firma gab, haben wir alles gemeinsam gemacht. Nachdem das Unternehmen gewachen ist, haben wir unsere Rollen aufgeteilt, damit wir uns nicht auf die Füße treten. Zum Glück haben wir sehr utnerschiedliche Fähigkeiten – es war eine ganz natürliche Entwicklung.
Am wichtigsten ist, dass wir uns sehr bemühen, beim Abendessen nicht über die Arbeit zu sprechen. Wenn der Tag vorbei ist, dann ist er vorbei. Ein oder zwei Gläser Wein zum Feierabend sind auch sehr hilfreich. Und wir sind schließlich in New York, deswegen hilft mir auch mein Therapeut – um mein Gehirn frisch zu halten.

MATTHEW: Trennung hilft. Nachdem wir viele Jahre lang eng beieinander in einem Großraumbüro gearbeitet haben, haben wir nun getrennte Büros. Andrew arbeitet gerne spät und ich bevorzuge traditionelle Büro-Arbeitszeiten. Wir sind auch in verschiedenen Dingen talentiert. Zum Beispiel kümmert sich Andrew um unsere Produkte für Hotels und ich manage unsere Produktentwicklung.

Welche Brillen tragt ihr im Alltag? Habt ihr eine Lieblingsmarke und wenn ja, warum diese?

ANDREW: Es gab eine Zeit, in der ich keine Brille getragen habe, aber das ist schon lange her. Ich habe ab und zu Brillen von Paul Smith for Oliver Peoples getragen, aber gerade trage ich einen New Yorker Klassiker von Moscot.

MATTHEW: Ich habe zwar einige Brillen, aber meistens trage ich Kontaktlinsen.

Genau wie ihr sind auch wir Hundefans (bei uns gibt es einen Husky und Shiba Inu). Bringt ihr euren Hund mit ins Büro? (Wir schon.)

ANDREW: Mr. Greenberg begleitet uns nicht nur jeden Tag ins Büro, sondern auch auf Geschäftsreisen. Er kennt den Weg an die Westküste gut – er ist offiziell ein Therapiehund, also sitzt er die ganze Reise über auf meinem Schoß – wir würden ihn nie in den Frachtraum geben.
Wenn er nicht gerade auf meinem Schoß durch die Welt jettet oder im Büro herummopst, dann kommt er mit uns aufs Land zu unserem Farmhaus im Hudson Valley – wo er liebend gerne gärtnert … oder genauer gesagt, Tomaten vom Strauch isst. Nicht schlecht für einen Tierheim-Hund aus Vermont.

MATTHEW: Ja, ohne unseren großartigen Mops Mr. Greenberg wäre es kein Büro! Manchmal bringt unsere Finanzdirektorin Anna ihren Goldendoodle Donuts mit und unser Director of Stores Stephanie ihren Chihuahua Ozzie. Das sorgt für gute Laune.