Fotos BERT SPANGEMACHER
Text DAGMAR SCHRAMM

Abseits der großen Namen gelingt es einigen kleineren Labels auf dem hart umkämpften Brillenmarkt zu glänzen. Individualität ist gefragt und welches Accessoire unterstreicht sie besser als eine Brille? Gutes Design, hochwertige Materialien und perfekte Verarbeitung sind die Grundlage für den Erfolg der Unternehmen. Das wichtigste aber ist die Persönlichkeit und das Herzblut, das die Menschen hinter der Marke investieren. 4SEE hat Ralph Albrecht, den Designer und Miteigentümer von KBL, und Yasunori Masunaga, CEO des gleichnamigen Brillenlabels, zu ihren Strategien und Zukunftsplänen befragt.

KBL steht für „kind of bohemian lifestyle“, was die Philosophie des frischen Labels auf den Punkt bringt: Das Unternehmen macht Brillen für Menschen, die den Spirit der Metropolen leben und lieben. Die Rahmen sind keine Statussymbole, sondern Ausdruck von Stilbewusstsein, Spaß und Lebensfreude. Dazu passt auch das gute Preis-Leistungsverhältnis, das KBL auszeichnet. Ins Leben gerufen wurde das Label 2009 von Adam und Kara Mendelsohn und Dave Barton in New York. Seit 2011 ist Ralph Albrecht mit an Bord, um KBL in Europa auf den Markt zu bringen.

Mittlerweile sind die drei Gründer nicht mehr für KBL tätig. Ralph Albrecht, der über jahrzehntelange Expertise im Brillenbusiness verfügt und namhafte Marken wie Alain Mikli, Oliver Peoples und Barton Perreira zu seinen Referenzen zählt, hat den Glauben an das Label nicht verloren. Und auch der erfahrene Produzent der Frames hat das Potenzial der Marke rechtzeitig erkannt und in KBL Eyewear investiert. Heute ist sie aus den angesagten Läden und von den Nasen echter Trendsetter nicht mehr wegzudenken.

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Ralph, wie hast du es geschafft, KBL weiterzuentwickeln?
Ich habe KBL strategisch neu ausgerichtet. Dazu gehören die Ableitung des Namens, ein neues, hochwertiges und extrem robustes Scharnier und der Lifestyle-Aspekt, der wie eine verbindende Klammer funktioniert. Wir haben beispielsweise die Silhouette des Empire State Buildings in das Metall der Bügel eingeprägt, kein anderes Gebäude steht so sehr für das aufregende Leben in den Metropolen. Und genau das repräsentieren auch unsere Brillen.

Du hast kurzerhand die Design-Entwicklung selbst in die Hand genommen…
Ja! Wir brauchten ja eine neue Kollektion und es gab nur einige wenige Entwürfe, auf die wir aufsatteln konnten. Ich kenne mich mit den Herstellungsprozessen bestens aus, also habe ich kurzerhand selbst zu Block und Bleistift gegriffen. Ideen habe ich genug und die Profis, die bei unserem Produzenten arbeiten, können die zu funktionierenden Rahmen machen. Mein erster Entwurf, die All American Rocket, ist direkt in die Serienproduktion gegangen – ohne dass es je einen Prototypen gab. Das Modell ist heute noch ein absoluter Bestseller.

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Woher kommen deine Ideen?
Ich lasse mich von Fassungen aus 60er, 70er oder 80er Jahren inspirieren. Die Designs waren toll, aber sie funktionieren heute nicht mehr. Deshalb baue ich sie so um, dass die Essenz erhalten bleibt, aber etwas ganz neues entsteht. Aber auch Architektur, Uhren oder Schuhe können Vorbilder für neue Brillen sein.

Welche Materialien verwendest du?
Wir nutzen vor allem italienisches Acetat und Titan aus Japan. Wir legen Wert auf eine extrem hochwertige Fertigung. Unsere Bügel zum Beispiel werden aus Acetatplatten gelasert, nicht gefräst. Das ist einfach exakter und es fällt weniger Materialabfall an, was die Umwelt schont. Wir setzen auf genormte Produktionsqualität, die wir mit Handarbeit kombinieren. Dazu gehören der Zusammenbau und das Polieren der Rahmen, das machen erfahrene Kräfte in unserer japanischen Produktionsstätte. Auch die Gläser sind etwas Besonderes, wir kooperieren zum Beispiel mit dem bekannten italienischen Hersteller Barberini, um die außergewöhnlichsten Farbverläufe anbieten zu können.

Was können wir in Zukunft von KBL erwarten?
Wir werden demnächst zwei Sonderkollektionen präsentieren: KBL photochromatic mit mineralischen Gläsern, die sich in der Sonne verlauffarben einfärben. Haucht man die Gläser an, erscheint das KBL photochromic Logo. KBL pure classic werden wir auf der SILMO 2016, der wichtigsten Optikmesse in Paris, präsentieren – hier kombinieren wir Betatitan mit Features der 80er und 90er Jahre und lassen diese Epochen, die in der Brillenbrache bedeuten waren, wieder neu aufleben. Die Modelle wird es in unterschiedlichen Größen geben, auch in Übergrößen.
Eins ist sicher: Die Ideen gehen uns nicht aus.

KBLeyewear.eu