Fotos BERT SPANGEMACHER
Text DAGMAR SCHRAMM

Statt Massenware suchen immer mehr Menschen nach handgefertigten Produkten. 4SEE hat einen Berliner Brillenhersteller besucht, die für Handarbeit, hohe Qualität, Individualität und modernes Design stehen. Mykita aus Berlin setzt auf technische Perfektion ohne die Ästhetik aus dem Blick zu verlieren.

Mykita produziert in Berlin – die Wege sind also kurz. „Deshalb können wir immer schnell und direkt auf unsere Ressourcen zugreifen und den Zeitgeist in unseren Produkten reflektieren“, sagt CEO und Kreativdirektor Moritz Krueger. Das gelingt den Berlinern perfekt: Ob Lady Gaga, Brad Pitt oder Wolfgang Joop – wer sich Stylekompetenz auf die Fahnen schreibt, trägt Mykita. Das funktioniert ganz ohne Logo, denn Mykita arbeitet mit einem patentierten, flexiblen Gelenkkonzept, das die Brillen unverwechselbar macht.
Im Mykita Haus in Berlin-Kreuzberg herrscht eine Stimmung wie in einem großen Atelier. Die geballte Kompetenz sitzt unter einem Dach: Menschen 28 verschiedener Nationen arbeiten am Design und der Herstellung. „Wir produzieren bis zu 3.000 Prototypen pro Jahr“, erklärt Moritz Krueger. „Beim Entwerfen von Produkte haben wir die Vergangenheit, die Zukunft und neue Technologien im Blick. Wenn Altbewährtes auf Modernes trifft, traditionelle Fertigungsmethoden auf moderne Materialien, dann entsteht Innovation.“ Das Geheimnis von Mykita und seiner modernen Manufaktur ist der Mix aus Handarbeit und Hightech: „Unser Design beruht auf technischen Lösungen, die zugleich ästhetisch sein müssen.“

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Die berühmte erste Kollektion von Mykita, die Collection No. 1 besteht aus filigranem Edelstahl. Fronten und Bügel werden in einem photochemischen Verfahren in nur 0.5 Millimeter dickes Flachmetall geätzt. Sämtliche Bestandteile werden aus der Fläche entwickelt und, ähnlich dem japanischen Prinzip des Origami, erst durch Biegen und Falten in Form gebracht. Die neuste Idee der Berliner ist Mylon – Brillen aus Polyamidpulver, die per Laser-Sintering entstehen, einem additiven Verfahren ähnlich dem 3D Druck. Schicht für Schicht entstehen dabei ultraleichte, bruchsichere Brillen, die sogar beim Sport oder auf der Skipiste zum Einsatz kommen können.

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Doch Mykita blickt vor allem über den Tellerrand. „Das Dach des Mykita Hauses hört nicht in Berlin auf, sondern schließt Partner aus verschiedenen Industrien mit ein“, so Krueger. „Wir entwickeln im interdisziplinären Dialog moderne, zeitgemäße Produkte.“ Auch was die Farbgebung der Rahmen und Gläser betrifft, sucht Mykita den Schulterschluss mit Partnern von außen. Designer Bernhard Willhelm inspirierte zur berühmten goldverspiegelten Pilotenbrille, Damir Doma macht Brillen zu Leinwänden für Farbspiele in Blau, Violett und Braun. Im Sommer wartet das Label mit matten Oberflächen auf und setzt bei den optischen Brillen zum Beispiel auf Schwarz, Navy, Schokoladenbraun und Gold. Die Sonnenbrillen sind verspielter: Farbverläufe, verspiegelte Gläser und kräftige Farben dominieren die Kollektion.

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Mykita hebt sich durch Form und Farbe zwar deutlich vom Massenmarkt ab, doch die Qualität und das Design überzeugt immer mehr Menschen auf der ganzen Welt. „Für 2015 planen wir die Eröffnung weiterer Mykita Shops und im März launchen wir unsere erste Kinderkollektion Mykita First“, verrät der CEO.

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